Weltkrebstag: Hilfe im Burgenland
04.02.2026
Beim ersten Monatstreffen der Selbsthilfegruppe Krebs Burgenland im neuen Jahr wurde deutlich, wie wichtig Austausch, Information und gegenseitige Unterstützung für Betroffene und Angehörige sind. Die Gruppe bietet seit Jahren einen geschützten Raum, in dem niemand mit einer Krebserkrankung allein bleiben muss.
Krebs zählt weiterhin zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Zu Jahresbeginn 2025 lebten in Österreich rund 409.000 Menschen mit einer Krebsdiagnose. Allein im Jahr 2024 kamen 48.300 Neuerkrankungen hinzu. Am häufigsten diagnostiziert wurden Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern, gefolgt von Lungen- und Darmkrebs. Auch das Burgenland ist stark betroffen. Aktuell leben hier etwa 1.373 Menschen mit einer Krebserkrankung. Rund 20.000 Menschen sterben in Österreich jedes Jahr an Krebs. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass ein großer Teil dieser Todesfälle durch bessere Vorsorge und frühere Diagnostik vermeidbar wäre.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Arbeit regionaler Initiativen an Bedeutung. Eine zentrale Anlaufstelle im Burgenland ist die Selbsthilfegruppe Krebs Burgenland – im Heute leben, die Betroffene und Angehörige seit vielen Jahren begleitet.

Austausch auf Augenhöhe
Das erste Treffen im neuen Jahr fand im Sitzungssaal der Österreichischen Gesundheitskasse in Eisenstadt statt. Organisiert wird die Gruppe von Traude Hombauer, Irene Zach und Andrea Pfneiszl. Irene Zach war Pflegedirektorin im Krankenhaus Eisenstadt und bringt langjährige medizinische Erfahrung ein. Die Treffen richten sich an Betroffene und Angehörige gleichermaßen. Ziel ist ein offener Austausch, ohne Verpflichtung, persönliche Geschichten teilen zu müssen.
Eine Teilnehmerin schilderte, dass sie seit einer Brustkrebserkrankung im Jahr 2012 Teil der Gruppe sei. Die Selbsthilfegruppe sei für sie „das Um und Auf“, auch nachdem sie zusätzlich einen Schlaganfall erlitten habe. Ein anderer Teilnehmer erklärte, er sei gekommen, um zu hören, wie es anderen nach einer Krebsoperation gehe und um Kraft aus den Erfahrungen der Gruppe zu schöpfen. Viele betonten, dass das Wissen, nicht allein zu sein, eine große Entlastung darstelle.

Information und praktische Unterstützung
Neben Gesprächen setzt die Selbsthilfegruppe regelmäßig auf Fachvorträge. Beim aktuellen Treffen sprach die freiberufliche Gesundheits- und Krankenschwester Marina Moyses, Gedächtnis- und Demenzberaterin, zum Thema „Trittsicher durch den Alltag“. Sie erklärte, dass Chemotherapien häufig Schwindel und körperliche Schwäche verursachen. Stürze könnten schwere Folgen haben, die zusätzliche Krankenhausaufenthalte nach sich ziehen. Ziel des Vortrags war es, einfache Übungen, Tipps und Hilfsmittel vorzustellen, um Mobilität und Sicherheit im Alltag zu verbessern.
Traude Hombauer betonte, dass die Gruppe einmal im Monat zusammenkommt, mit Pausen im Jänner sowie im Juli und August. Die Teilnahme ist kostenlos, es gibt keinen Mitgliedsbeitrag. Zusätzlich pflegt die Gruppe engen Kontakt zur Krebshilfe Burgenland und zu selbsthilfefreundlichen Kliniken. Dadurch können Betroffene rasch an psychotherapeutische Unterstützung vermittelt werden.

Gemeinsam nicht allein
Die Treffen finden jeden ersten Montag im Monat von 9–12 Uhr in Eisenstadt statt. Die Selbsthilfegruppe versteht sich als Ergänzung zur medizinischen Behandlung. Sie bietet Information, Solidarität und Vernetzung. Der Weltkrebstag machte deutlich, dass Krebs nicht nur eine medizinische Diagnose ist, sondern das Leben vieler Menschen im Burgenland prägt. Die Selbsthilfegruppe Krebs Burgenland setzt dabei ein klares Zeichen: Niemand muss diesen Weg alleine gehen.

Zurück zur Übersicht