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Sternsingen bringt Hilfe weltweit

Sternsinger-Gruppe aus Horitschon

08.01.2026

Rund 5.200 Kinder und Jugendliche waren rund um den Jahreswechsel im Burgenland als Sternsinger unterwegs. Sie brachten den Segen für das neue Jahr in Häuser und Wohnungen und sammelten Spenden für Menschen in Not. Im Mittelpunkt der Dreikönigsaktion stehen heuer Hilfsprojekte in Tansania.

Vom 27. Dezember 2025 bis zum 6. Jänner 2026 zogen wieder Sternsingerinnen und Sternsinger durch Gemeinden im gesamten Burgenland. Österreichweit beteiligten sich rund 85.000 Kinder und Jugendliche an der Aktion, davon etwa 5.200 im Burgenland. Organisiert wird das Sternsingen seit 1954 von der Katholischen Jungschar. Ziel ist es, den traditionellen Segen für das neue Jahr zu überbringen und gleichzeitig Spenden für Entwicklungsprojekte zu sammeln.

Auch in Oberpullendorf waren mehrere Gruppen unterwegs. Barbara Buchinger von der Pfarre Oberpullendorf schildert die Situation vor Ort: „In Oberpullendorf waren heuer fünf Gruppen unterwegs mit rund 20 Kindern und vielen Begleitpersonen“, sagt Buchinger, Mitarbeiterin der Pfarre. Der Einsatz der Kinder habe gut funktioniert, auch wenn es zunehmend schwieriger werde, ältere Kinder und Jugendliche zu motivieren. In anderen Pfarren gebe es wiederum einen starken Zulauf. Die Entwicklung sei regional unterschiedlich.

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Sternsinger-Gruppe aus St. Margarethen im Burgenland
Sternsinger-Gruppe aus St. Margarethen im Burgenland

Tradition und gelebte Solidarität

Die Dreikönigsaktion verbindet religiöses Brauchtum mit konkreter Hilfe. Jährlich werden mit den Spenden rund 500 Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützt. Damit erreichen die Hilfsmaßnahmen etwa eine Million Menschen. Im vergangenen Jahr wurde erstmals die Summe von über zwanzig Millionen Euro an Spenden erzielt. Entscheidend sei laut den Verantwortlichen jedoch nicht die Höhe der Summe, sondern die langfristige Wirkung der Projekte.

Veronika Thaler, verantwortlich für die Dreikönigsaktion in der Diözese Eisenstadt, betont den nachhaltigen Ansatz: „Viele Projekte werden langfristig begleitet. Es gibt langjährige Partnerschaften mit Organisationen vor Ort, die regelmäßig evaluiert werden“, erklärt Thaler. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dreikönigsaktion stehen dabei in engem Austausch mit den Projektpartnern und besuchen diese auch vor Ort.

Sternsinger-Gruppe aus Unterwart beim Bundespräsidenten
Sternsinger-Gruppe aus Unterwart beim Bundespräsidenten – Forocredit: Ludwig Schedl

Fokus auf Projekte in Tansania

Im Jahr 2026 liegt der inhaltliche Schwerpunkt der Aktion auf Tansania. Dort unterstützt die Dreikönigsaktion unter anderem die Partnerorganisation „Human Life Defense Department“ im Nordwesten des Landes. Diese arbeitet mit Kleinbauernfamilien, die besonders stark unter den Folgen der Klimakrise leiden. Ausgetrocknete Böden und Schädlingsbefall führen zu Ernteausfällen und Mangelernährung bei Kindern.

„Die Familien werden geschult, wie sie unter schwierigen klimatischen Bedingungen anbauen können und wie sie Absatzmärkte finden“, sagt Veronika Thaler, Leiterin der Dreikönigsaktion in der Diözese Eisenstadt. Ziel sei es, die Selbstversorgung zu sichern und Einkommen zu schaffen. So könnten Familien medizinische Versorgung und Schulbildung für ihre Kinder finanzieren.

Theo und Matteo aus Siegendorf mit Father Godfrey und Esther von der Organisation HLDD ( Human Life Defence Department) aus Tansania
Theo und Matteo aus Siegendorf mit Father Godfrey und Esther von der Organisation HLDD (Human Life Defence Department) aus Tansania

Kinder im Mittelpunkt der Aktion

Ein besonderes Merkmal der Dreikönigsaktion ist, dass sie von Kindern und Jugendlichen getragen wird. Viele von ihnen sind zum ersten Mal als Sternsinger unterwegs. Für die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedeutet das Singen von Haus zu Haus eine neue Erfahrung. „Es ist cool, weil man einen Segen in das Haus bringt“, sagt eine Sternsingerin aus Oberpullendorf. Eltern begleiten die Gruppen häufig ehrenamtlich und unterstützen die Kinder bei ihrer Aufgabe.

Barbara Buchinger hebt die Bedeutung dieses Engagements hervor: „Es ist wichtig, dass Kinder erleben, dass ihr Einsatz etwas bewirkt.“ Gleichzeitig sei das Sternsingen auch ein Beitrag zur Bewusstseinsbildung in Österreich. Die Dreikönigsaktion setzt sich ganzjährig mit Kampagnen etwa gegen Kinderarbeit oder für faire Lieferketten auseinander.

Langfristige Wirkung über die Aktion hinaus

Die Dreikönigsaktion gilt als größte jährlich stattfindende Hilfsaktion in Österreich und trägt das Spendengütesiegel. Sie wird in den Pfarren der Diözesen organisiert und von der Katholischen Jungschar getragen. Neben dem Sammeln von Spenden bietet sie auch Möglichkeiten zur vertieften Auseinandersetzung, etwa durch Lern- oder Solidareinsätze in Projektländern.

Mit ihrem Einsatz leisten die Sternsingerinnen und Sternsinger einen Beitrag zu globaler Solidarität und halten gleichzeitig eine jahrhundertealte Tradition lebendig. Der Dank der Organisatorinnen und Organisatoren gilt allen Kindern, Jugendlichen und Begleitpersonen, die diese Aktion im Burgenland auch heuer wieder möglich gemacht haben.


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