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33. Roma-Ball: in Unterwart – eine unvergessliche Ballnacht

23.02.2026

Am Samstag, 14. Februar, fand im Kulturhaus Unterwart der 33. traditionelle Roma-Ball „Romano Mulantintschago“ statt. Zahlreiche Gäste folgten der Einladung des Vereins Hango Roma und erlebten einen Abend im Zeichen von Musik, Begegnung und kultureller Identität. Seit mehr als drei Jahrzehnten gilt der Ball als fixer Bestandteil des burgenländischen Kulturkalenders.

Organisiert wird die Veranstaltung vom Verein Hango Roma. Martin Horvath betonte im Gespräch die lange Vorbereitungszeit: Mit der Planung beginne man bereits ein Jahr bis eineinhalb Jahre im Voraus. Saalreservierung, Musikprogramm und organisatorische Details müssten frühzeitig geklärt werden.

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Musik und Motto im Mittelpunkt

Auch heuer standen traditionelle Roma-Klänge im Zentrum. Für die musikalische Gestaltung sorgten die burgenländischen Roma-Bands Romano Rad und die Leon Berger Band. Aus Ungarn war das Béla Horváth Ensemble zu Gast. Die Gruppen boten temperamentvolle Musik und sorgten bereits im Foyer für Stimmung.

Inhaltlich griff der Ball das Motto „Song Contest“ auf. Anlass war der 70. Eurovision Song Contest. Als musikalischer Gast wirkte Anita Wagner mit, die 1984 Österreich beim Song Contest vertreten hatte. Damit verband der Abend traditionelle Roma-Musik mit einem internationalen Popkultur-Thema.

Ob der Roma-Ball künftig weiterhin im Kulturhaus Unterwart oder im geplanten Haus der Volksgruppen in Oberwart stattfinden wird, ist noch offen. Laut Horvath wolle die Gemeinde Unterwart den Ball weiterhin vor Ort halten. Eine Entscheidung soll im Sommer fallen.

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Bedeutung für Identität und Region

Der Roma-Ball ist nach Angaben des Veranstalters der einzige seiner Art in Österreich. Seit über 30 Jahren ist er ein zentrales Element der Volksgruppenarbeit der Burgenland-Roma. „Er zeigt unsere Kulturtradition und vor allem unsere Musik“, so Horvath. Die Veranstaltung mache Roma-Kultur öffentlich sichtbar und stärke die Identität der Community.

Auch Gäste aus Politik und Volksgruppenorganisationen nahmen teil. Unter ihnen waren Vertreter verschiedener Volksgruppen sowie Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben. Der Ball wird als Plattform des Austauschs und der Begegnung verstanden.

Ein Höhepunkt des Abends war die Krönung des Roma-Königspaares 2026. Kevin Horvath wurde zum Roma-König, Leonie Neisser zur Roma-Königin gekrönt.

Ein Zeichen für Vielfalt

Kevin Horvath betonte nach seiner Kür: „Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich Roma-König 2026 bin. Ich bin der erste Roma, der schwul ist und das auch öffentlich lebt.“ Er wolle seine Identität und seine Kultur mit Stolz vertreten. Trotz negativer Erfahrungen im öffentlichen Leben stehe für ihn fest: „Ich trage die Krone mit Stolz.“ Er kündigte an, seine Rolle auch über soziale Medien sichtbar zu machen.

Mehrere Besucherinnen und Besucher hoben die besondere Atmosphäre hervor. Eine Sängerin berichtete von ihrer ersten Teilnahme vor zwei Jahren und zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt und dem Miteinander. Andere Gäste betonten die starke Präsenz junger Menschen. Gerade die Jugend sei wichtig, um die Tradition weiterzuführen.

Vertreter von Studierendenorganisationen unterstrichen ebenfalls die Bedeutung solcher Veranstaltungen. Je mehr Menschen sich zu ihrer Muttersprache und Kultur bekennen, desto stärker könne man diese erhalten.

Kultureller Fixpunkt mit Zukunft

Der 33. Roma-Ball zeigte erneut die kulturelle Lebendigkeit der Roma im Burgenland. Musik, Tanz und persönliche Begegnungen standen im Mittelpunkt. Gleichzeitig setzte die Veranstaltung ein Zeichen für Offenheit und Sichtbarkeit.

Seit über drei Jahrzehnten verbindet der Roma-Ball Tradition mit aktuellen Themen. Er bleibt damit nicht nur ein gesellschaftlicher Treffpunkt, sondern auch Ausdruck einer selbstbewussten und vielfältigen Volksgruppe im Burgenland.


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