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Kulturpolitik im Dialog

26.01.2026

In einer Gesprächsrunde auf Radio MORA wurde über Kulturpolitik und künstlerisches Arbeiten im Burgenland gesprochen. Kulturschaffende berichteten aus persönlicher Perspektive über ihre Wege zur Kunst, über Förderstrukturen und über notwendige Rahmenbedingungen für einen lebendigen Kulturraum. Die Diskussion verband individuelle Erfahrungen mit konkreten kulturpolitischen Forderungen.

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In der aktuellen Ausgabe des „Mehrsprachigen Morgenmagazins“ widmete sich Radio MORA der Frage, wie künstlerisches Schaffen im Burgenland heute möglich ist. Im Mittelpunkt stand eine Gesprächsrunde mit Kulturschaffenden, die in Wien leben, das kulturelle Leben im Burgenland jedoch seit Jahren aktiv mitprägen. An der Diskussion nahmen die Schauspielerin und Regisseurin Valentina Himmelbauer, der Autor und Lyriker Raoul Eisele, die Präsidentin von PEN Burgenland Katharina Tiwald sowie der Kabarettist und Kulturaktivist Günter Schütter teil. Moderiert wurde das Gespräch von Konstantin Vlasich.

Zu Beginn berichteten die Gäste über ihre ersten künstlerischen Impulse. Raoul Eisele erklärte, das Schreiben habe ihn seit seiner Jugend begleitet. Einen konkreten Auslöser habe es nicht gegeben. Prägend seien vielmehr engagierte Lehrer und frühe Leseerfahrungen gewesen, etwa mit Werken von Friedrich Dürrenmatt. Theaterstücke hätten ihm früh einen Zugang zu Sprache und Figuren eröffnet. Der Bezug zum Burgenland habe sich erst später verstärkt, vor allem durch die Organisation von Literaturveranstaltungen.

Katharina Tiwald schilderte ihren Einstieg in den Theater- und Literaturbetrieb als intensiven Lernprozess. Sie berichtete von frühen Schreibwerkstätten und von ersten Produktionen, bei denen sie erlebt habe, wie viel persönlicher Einsatz notwendig sei, um Projekte zu realisieren. Theaterarbeit bedeute nicht nur künstlerisches Arbeiten, sondern auch organisatorische und finanzielle Verantwortung.

Günther Schütter bezeichnete sich selbst als kulturellen Spätstarter. Erst im Jugendalter habe er begonnen, Literatur- und Musikveranstaltungen zu organisieren. In den folgenden Jahrzehnten habe er sowohl Erfolge als auch Rückschläge erlebt. Diese Erfahrungen hätten ihn gelehrt, dass kulturelle Arbeit von Kontinuität und Eigeninitiative lebe. Valentina Himmelbauer erinnerte sich an frühe Theatererlebnisse und an erste eigene Schreibversuche. Der Wunsch, selbst auf der Bühne zu stehen, habe sich schrittweise entwickelt. Der Weg zur Regie sei ungeplant gewesen, habe sich aber als wichtiger Teil ihrer künstlerischen Arbeit etabliert.

Ein zentraler Teil der Diskussion widmete sich der Kulturförderung im Burgenland. Katharina Tiwald berichtete aus ihrer Tätigkeit in einer Jury für Landesstipendien. Sie betonte, dass es überraschend wenige Einreichungen gegeben habe, obwohl sich die Fördersituation in den vergangenen Jahren deutlich verbessert habe. Im Vergleich zu früheren, niedrig dotierten Preisen seien nun Jahresstipendien möglich, die eine bessere finanzielle Grundlage böten. Sie appellierte an Kunstschaffende, diese Möglichkeiten stärker zu nutzen.

Günter Schütter würdigte die Einführung der Stipendien, äußerte jedoch Kritik am fehlenden kontinuierlichen Austausch zwischen Politik und Kulturszene. Gesprächsrunden, die zu Beginn initiiert worden seien, hätten keine dauerhafte Struktur erhalten. Auch die Theaterinitiative Burgenland wurde thematisiert. Valentina Himmelbauer berichtete vom hohen Aufwand mobiler Produktionen und von stark unterschiedlichen Publikumszahlen je nach Region und Thema. Einig war sich die Runde darin, dass kulturelle Vielfalt im Burgenland langfristige Strukturen, ausreichende Finanzierung und verlässliche politische Unterstützung benötige.


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