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Film, Literatur und Solidarität: Ein bewegender Frauentag in Oberpullendorf

12.03.2026

Anlässlich des Internationaler Frauentag wurde im Kino von Oberpullendorf ein besonderer Filmabend organisiert. Die Veranstaltung, initiiert von den Die Grünen Bezirk Oberpullendorf, widmete sich der Situation von Frauen im Iran und zeigte, wie Kultur, Literatur und persönliche Begegnungen ein starkes Zeichen für Solidarität und Menschenrechte setzen können.

Im Mittelpunkt stand der Film „Lolita lesen in Teheran“ des Regisseurs Eran Riklis, basierend auf den autobiografischen Erinnerungen der iranischen Autorin Azar Nafisi. Das Filmdrama erzählt die Geschichte einer Literaturprofessorin im Teheran der 1990er-Jahre. In einem Umfeld von Zensur und politischen Einschränkungen gründet sie mit einigen ihrer Studentinnen einen geheimen Buchclub. Gemeinsam lesen sie verbotene westliche Literatur – ein kleiner Raum der Freiheit inmitten eines repressiven Systems.

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Organisiert wurde der Filmabend von Nina Piniel, Bezirkssprecherin der Grünen. Ziel der Veranstaltung war es, am Frauentag Solidarität mit Frauen zu zeigen, die in vielen Teilen der Welt weiterhin für grundlegende Rechte kämpfen müssen.

„Die Idee war, ein Zeichen der Solidarität zu setzen mit Frauen, die für Rechte kämpfen, die für uns oft selbstverständlich sind“, erklärte Piniel. Als die Veranstaltung geplant wurde, habe man nicht damit gerechnet, wie dramatisch sich die Situation im Iran entwickeln würde. Heute stehe das Land erneut im Fokus internationaler Aufmerksamkeit – mit gravierenden Folgen für die Bevölkerung.

Ein besonderer Gast des Abends war die Aktivistin Medina Abazi, eine prominente Stimme für Frauen- und Menschenrechte in Österreich mit iranischen Wurzeln. Nach der Filmvorführung sprach sie mit dem Publikum über die aktuelle Lage im Iran und über ihre persönlichen Erfahrungen.

Seit der Revolution von 1979, erklärte Abazi, seien Frauen im Iran häufig zu einem politischen „Schlachtfeld“ geworden. Sie berichtete, dass viele Frauen regelmäßig mit der sogenannten Sittenpolizei konfrontiert werden. Auch sie selbst sei einmal festgenommen worden – weil sie im Sommer ohne Socken in Ballerinas unterwegs gewesen sei. Solche Situationen seien für viele Frauen Alltag.

Besonders eindringlich schilderte die Aktivistin die aktuelle Lage im Land. Viele Menschen hätten kaum Kontakt zu ihren Familien und Freunden, während Gewalt, Repression und Angst den Alltag prägen. Gerade deshalb seien Veranstaltungen wie diese wichtig, betonte Abasi: Sie zeigen, dass das Schicksal der Menschen im Iran auch außerhalb des Landes wahrgenommen wird.

„Solche Veranstaltungen stärken uns in der Diaspora“, sagte sie. „Sie zeigen, dass Menschen auch in kleinen Städten zusammenkommen, um Solidarität mit den Betroffenen zu zeigen.“

Neben der politischen Dimension spielte auch Literatur eine zentrale Rolle. Der Film verdeutlicht, wie Bücher in autoritären Systemen zu einem Ort der Freiheit werden können. In dem geheimen Lesekreis diskutieren die Studentinnen Werke der Weltliteratur – und entdecken dabei auch neue Perspektiven auf ihr eigenes Leben.

Viele Besucherinnen und Besucher zeigten sich nach der Vorführung tief bewegt. Für manche war der Film eine eindringliche Erinnerung daran, wie privilegiert das Leben in einem demokratischen Land sein kann. Gleichzeitig wurde betont, dass auch in Österreich weiterhin Fortschritte in Richtung Gleichstellung notwendig sind.

Unter den Gästen befand sich auch die burgenländische Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Die Grünen). Sie wies darauf hin, dass Frauen zwar in Österreich deutlich mehr Rechte haben als in vielen anderen Ländern, dennoch weiterhin Herausforderungen bestehen – etwa bei gleicher Bezahlung oder der Verteilung von Care-Arbeit.

v.l.n.r.: Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Grünen-Bezirkssprecherin Nina Piniel und Aktivitstin Medina Abazi

Der Filmnachmittag hatte auch einen karitativen Zweck. Spenden wurden für die Organisation Medical Staff for Human Rights Austria gesammelt, die medizinische Hilfsprojekte im Iran unterstützt. Die Initiative versorgt Menschen vor Ort unter anderem mit medizinischer Ausrüstung und Hilfe in Krisensituationen.

Der Abend in Oberpullendorf zeigte eindrucksvoll, wie Kulturveranstaltungen gesellschaftliche Diskussionen anstoßen können. Film, Literatur und persönliche Berichte machten deutlich, wie eng Freiheit, Bildung und Frauenrechte miteinander verbunden sind.

Gerade am Internationalen Frauentag wurde damit eine klare Botschaft gesendet: Solidarität kennt keine Grenzen – und der Einsatz für Gleichberechtigung bleibt eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft.


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