Fantin: Zwischen Punk und Austropop
24.02.2026
Im Radio MORA Studio war mit Fantin das Solo-Projekt des burgenländischen Multi-Instrumentalisten und Singer-Songwriters Martin Resatz zu Gast. Der Musiker aus Baumgarten (burgenlandkroatisch: Pajngrt), aufgewachsen im kroatischen Umfeld, sprach über seinen Weg vom Punkrock zum Austropop und über sein erstes, selbstbetiteltes Album „FANTIN“. Dabei gewährte er persönliche Einblicke in seinen Werdegang und seine Arbeitsweise.
Resatz erzählte, dass Musik ihn von klein auf begleitet habe. „Bei uns im Haus sind immer Musikinstrumente herumgestanden“, sagte er. Erste Versuche habe es am Klavier gegeben, später sei die Gitarre dazugekommen. Seine Großmutter habe ihm die ersten Beatles-Songs beigebracht. Seit dem Alter von vier oder fünf Jahren mache er Musik. Mit 15 oder 16 gründete er seine erste Punkrock-Band, die bis heute besteht. Zuvor sei er meist solo unterwegs gewesen.
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Vom Punkrock zum Austropop
Obwohl Punkrock weiterhin einen festen Platz in seinem musikalischen Leben hat, entwickelte sich mit „FANTIN“ ein neues Projekt. Resatz erklärte, dass deutschsprachige Texte ihn schon lange begleitet hätten. Einer der ersten Songs, die er auf der Gitarre lernte, stammte von Georg Danzer. Auch Ludwig Hirsch zählt er zu seinen Vorbildern. Sein Austropop sei jedoch alternativ geprägt und enthalte weiterhin stärkere Gitarreneinflüsse.
Der Wechsel sei kein harter Bruch gewesen. „In erster Linie sind es die Lyrics, die einfach Stimmung erzeugen“, sagte er. Während im Punkrock oft Energie und Direktheit im Vordergrund stünden, beginne beim Austropop vieles mit dem Text. Häufig entstehe zuerst eine Textidee, manchmal aber auch eine Melodie auf Gitarre oder Klavier.
Ein Album mit persönlicher Handschrift
Das Debütalbum „Fantin“ umfasst 13 Songs und ist selbstbetitelt. Für Rezac war das eine bewusste Entscheidung. Das Album stehe sinnbildlich für seinen aktuellen musikalischen Stand und für ihn als Person. „Es war mir wichtig, dass es authentisch ist“, betonte er. Die Lieder basieren auf eigenen Erlebnissen oder Beobachtungen. Erfundenes habe keinen Platz. „Dass das zu 100 Prozent ich bin, das war mir wichtig.“
Besonders nahe stehen ihm die Songs „Endlos“ und „Schön, schön“. Der Titel „Höden“ widmet sich seiner Urgroßmutter, die er lange begleiten durfte. Mit „Die Show“ thematisiert er zwischenmenschliche Begegnungen, bei denen alte Muster wiederkehren. Das Album beschreibt er mit drei Worten: „grantig, ehrlich und authentisch“.
Produktion und Veröffentlichung
Bis auf das Schlagzeug spielte Resatz nahezu alle Instrumente selbst ein: Gitarre, Bass, Klavier, Orgel und Mundharmonika. Sein Studio richtete er in einem leerstehenden Haus in der Nähe seines Wohnortes ein. Dort entstanden die Aufnahmen.
Die Release-Show fand am 5. Dezember in Wien statt und war ausverkauft. Das Album erschien zunächst ausschließlich physisch auf Vinyl und CD. Online wird seitdem monatlich eine Single veröffentlicht. Resatz erklärte, dass ihm das haptische Erlebnis wichtig sei. Eine Schallplatte bewusst zu hören, schaffe eine andere Bindung zur Musik als Streaming.

Szene, Herausforderungen und Ausblick
Als Herausforderung bezeichnete er den Aufbau eines neuen Projekts ohne bestehendes Netzwerk im Popbereich. Kontakte, Auftrittsmöglichkeiten und Sichtbarkeit müssten erst erarbeitet werden. Neben Fantin ist Resatz weiterhin mit seiner Punkrock-Band aktiv. Ein prägendes Erlebnis war für ihn ein Auftritt beim Nova Rock Festival 2021 vor rund 5.000 Menschen.
Zur aktuellen Austropop- und Pop-Rock-Szene im Burgenland meinte er, dass der Nachwuchs eher in andere musikalische Richtungen tendiere. Viele Aktivitäten verlagerten sich nach Wien. Dialekt und regionale Bezüge sieht er jedoch als Stärke des Genres.
Beruflich hat Resatz ein Jus-Studium abgeschlossen. Derzeit stehe jedoch die Musik im Mittelpunkt. Der juristische Beruf sei „Plan B“, sagte er. Mit Fantin präsentiert Martin Resatz ein Projekt, das persönliche Geschichten, Dialekt und alternative Gitarrenklänge verbindet – zwischen burgenländischer Herkunft und österreichischer Poptradition.
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