Eisbaden am Burger Stausee: Gemeinsam raus aus der Komfortzone
03.03.2026
Was vor gut einem Jahr mit zwei Mutigen begann, ist mittlerweile zu einer festen Gemeinschaft geworden: Am Burger Stausee im Bezirk Oberwart trifft sich regelmäßig eine Gruppe von mehr als 40 Personen zum Eisbaden. Besonders an Tagen rund um den Gefrierpunkt herrscht Hochbetrieb – dann erreicht die Saison ihren Höhepunkt.
Die Idee dazu hatte Heinrich Seper. „Wir wollen uns nichts beweisen und sagen, wie toll wir sind, sondern weil es uns einfach guttut“, erzählt er. Ausgelöst wurde alles durch einen Impuls aus der Familie: Die Schwiegertochter seiner Frau hatte ein Video über Eisbaden gesehen und wollte es ausprobieren – wohl nicht ahnend, dass Heinrich sofort zustimmen würde. Kurz vor Weihnachten 2023 stiegen sie erstmals in einen leicht zugefrorenen Schwimmteich.
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Im November 2024 wagte Heinrich Seper dann allein den Sprung in den Burger Stausee. „Alleine war nicht das Wahre“, sagt er rückblickend. Seine Frau habe ihn zurecht ermahnt: Eisbaden sollte man nie allein. Also rief er Günther aus Großpetersdorf an – und der war sofort begeistert. Von da an wuchs die Gruppe stetig.

Positive Effekte für Körper und Geist
Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichten von positiven Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden. „Man fühlt sich nachher wie neu geboren“, beschreibt eine Teilnehmerin das Gefühl nach dem Bad. Besonders Frauen betonen die positiven Effekte auf die Haut. Andere berichten von verbessertem Blutdruck oder einer allgemein besseren Stimmung.
Ein Gruppenmitglied erzählt, dass ihm Kälteanwendungen schon vor Jahren geholfen hätten: Nach Aufenthalten in einer Kältekammer bei minus 110 Grad seien chronische Beschwerden verschwunden. Dennoch betonen alle: Eisbaden ist kein Allheilmittel. „Jeder muss es für sich selbst finden“, heißt es in der Runde.

Sicherheit und Vorbereitung sind entscheidend
So wichtig die Begeisterung ist – ebenso wichtig sind klare Regeln. Die Gruppe setzt auf Vorbereitung nach der Wim-Hof-Methode. Ein Mitglied hat sich intensiv mit Atem- und Mentaltechniken beschäftigt und fungiert als Mentor.
„Eisbaden ist keine Mutprobe“, erklärt er. Es beruhe auf drei Säulen: Mindset, Atmung und dem Wasser als Werkzeug. Vor dem Einstieg wird der Körper aufgewärmt, spezielle Atemübungen helfen, sich innerlich vorzubereiten. Wichtig sei eine positive Einstellung.
Auch praktische Tipps werden beachtet: Der Kopf muss warm bleiben, ebenso die Füße – daher sind Haube und Badeschuhe Pflicht. Untertauchen sollte man nicht, das Wasser reicht bis zum Hals. Nach dem Bad hilft die kalte Luft beim Abtrocknen, wer möchte, geht noch ein zweites Mal hinein – dann fühlt sich das Wasser überraschend „warm“ an.
Gemeinschaft und Geselligkeit
Gebadet wird jeden Mittwoch und Sonntag um 8.30 Uhr. Einmal im Monat steht Vollmondbaden auf dem Programm – mit besonderer Atmosphäre, wenn der Mond sichtbar ist. Nach dem Bad geht es oft gemeinsam in die örtliche Gastronomie. Tee gibt es immer, manchmal auch Mehlspeisen. So verbindet die Gruppe Bewegung, Naturerlebnis und Geselligkeit.
Wer Lust hat mitzumachen, ist herzlich willkommen. Anmeldung braucht es keine – nur Mut, Respekt vor der Kälte und die richtige Ausrüstung.
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