Ein Jahr Pfandsystem: Positive Bilanz auch im Burgenland
29.01.2026
Seit Anfang 2025 gilt in Österreich das neue Pfandsystem für gekennzeichnete Plastikflaschen und Getränkedosen. Pro Gebinde werden 25 Cent Pfand eingehoben – und nach einem Jahr zeigt sich: Das System funktioniert. Auch im Burgenland ist die Bilanz durchwegs positiv. Weniger Müll in der Landschaft, mehr Recycling und eine hohe Beteiligung der Bevölkerung sprechen für den Erfolg des neuen Modells.
Österreichweit liegt die Sammelquote mittlerweile bei über 81 Prozent. Damit wurden die gesetzlichen Vorgaben bereits im ersten Jahr klar erfüllt. Für Umwelt und Gemeinden bedeutet das spürbare Entlastung. Immer weniger Dosen und Flaschen landen achtlos in der Natur, stattdessen werden sie sortenrein gesammelt und dem Recycling zugeführt.
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Akzeptanz im Alltag angekommen
Eine Umfrage von Radio MORA zeigt, dass das Pfandsystem im Alltag vieler Burgenländerinnen und Burgenländer gut angenommen wird. Die Erfahrungen fallen überwiegend positiv aus. Eine Passantin meinte: „Ich finde es eine gute Idee, weil weniger Müll produziert wird. Ich sammle die Flaschen und finde nicht, dass das besonders aufwendig ist.“
Auch der Umweltgedanke spielt für viele eine große Rolle. Eine Burgenländerin erzählte: „Wenn man früher bei Flurreinigungen unterwegs war, hat man gesehen, wie viele Dosen herumliegen. Mit Pfand werden sie sicher weniger achtlos weggeworfen.“ Gerade Familien würden das System aktiv nutzen – oft übernehmen Kinder das Sammeln und Zurückbringen der Flaschen und Dosen.
Andere wiederum sind weniger betroffen, etwa weil sie kaum Getränke in Plastikflaschen konsumieren. Dennoch wird das Pfand auch von ihnen nicht grundsätzlich abgelehnt. Für viele gehört das Zurückbringen inzwischen ganz selbstverständlich zum Einkauf dazu – ähnlich wie früher beim Glasflaschenpfand.
Kritikpunkt Barrierefreiheit
Trotz der positiven Bilanz gibt es auch Kritik. Der Behindertenrat bemängelt, dass viele Rückgabeautomaten nicht barrierefrei nutzbar sind. Gefordert wird, Barrierefreiheit künftig verpflichtend mitzudenken, damit wirklich alle Menschen gleichermaßen am Pfandsystem teilnehmen können.
Unterm Strich zeigt das erste Jahr: Das Pfandsystem ist ein wichtiger Schritt für Umwelt- und Ressourcenschutz – auch im Burgenland.
Umweltpolitische Ziele erreicht
Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) spricht nach einem Jahr von einem erfolgreichen neuen Pfandsystem. Mit einer Sammelquote von 81,5 Prozent wurde das Ziel für 2025 erreicht. Bis 2027 sollen sogar 90 Prozent erzielt werden. Der Bund investierte rund 140 Millionen Euro in Rückgabe- und Sortierautomaten. Insgesamt wurden im Jahr 2025 etwa zwei Milliarden Pfandflaschen und Dosen in Umlauf gebracht, rund 1,4 Milliarden davon bereits zurückgegeben.
Ein wichtiger Effekt ist die verbesserte Recyclingqualität. Durch die sortenreine Sammlung können Materialien hochwertiger wiederverwertet werden. Getränkehersteller sind künftig verpflichtet, mindestens 25 Prozent Recyclingmaterial zu verwenden.
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