Bewegung, Musik und Gemeinschaft: „Tanzen ab der Lebensmitte“ begeistert in Oberpullendorf
26.02.2026
Wenn jeden Donnerstag um 10 Uhr im Gasthaus Domschitz in Oberpullendorf die Musik erklingt, bleibt kaum jemand still sitzen. Seit Kurzem gibt es hier mit „Tanzen ab der Lebensmitte“ ein neues Bewegungsangebot für Menschen in der zweiten Lebenshälfte – und das mit großem Erfolg.
Geleitet werden die Tanzstunden von Attila Papp, der mit viel Engagement, Geduld und Erfahrung durch das abwechslungsreiche Programm führt. Bereits beim ersten Termin fanden sich zehn Tanzbegeisterte ein. „Es war sehr schön, sehr gut“, erzählt Papp. Einige hätten krankheitsbedingt absagen müssen, dennoch sei der Start gelungen. Die positive Resonanz zeigt: Das Interesse an gemeinsamer Bewegung ist groß.
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Tanzen für Körper und Geist
Eine Einheit dauert eineinhalb Stunden. Begonnen wird mit einfachen Tänzen zum Aufwärmen, häufig mit zwei sogenannten „Ländertänzen“. Danach folgen Kreistänze, zunächst in kleinen Gruppen, später mit Partnerwechsel. Getanzt werden Choreografien aus aller Welt – von Polka und Walzer über Samba bis hin zu Kontratänzen, Line- und Squaredance. Die Musik reicht von alten Schlagern, Märschen und Walzern bis zu südamerikanischen Rhythmen und traditioneller Volksmusik.
„Tanzen macht froh. Es bringt gute Hormone“, sagt Papp lachend. Am Ende einer Stunde sei man zwar müde, aber weniger körperlich als geistig: „Es ist ein Training fürs Hirn.“ Tatsächlich zeigen Studien, dass regelmäßiges Tanzen Gleichgewicht, Koordination und Gedächtnis fördert und sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt. Gerade im fortgeschrittenen Alter gilt Tanzen als wirksame Präventionsmaßnahme – unter anderem gegen Demenz und Bewegungsdefizite.
Pop formuliert vier zentrale Ziele: Menschen sollen nicht allein zu Hause bleiben, sondern Gemeinschaft erleben. Bewegung soll die körperliche Fitness stärken. Gleichzeitig wird das Gehirn durch neue Schrittfolgen und Choreografien gefordert. Und nicht zuletzt steht die Lebensfreude im Mittelpunkt.
Offen für alle – ohne Vorkenntnisse
Besonders wichtig: Tanzerfahrung oder ein fixer Partner sind nicht erforderlich. „Wir tanzen alleine oder paarweise, aber es muss nicht das eigene Paar sein“, erklärt Papp. Auch Vorkenntnisse braucht es keine. Mitzubringen sind lediglich bequeme Schuhe und etwas zu trinken.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen sich begeistert. Eine Besucherin erzählt, sie sei erst vor Kurzem aus Wien ins Burgenland gezogen und habe dort bereits verschiedene Tanzstile ausprobiert – von Jazz über Ballett bis Flamenco. „Es ist sehr gesund für das gesellschaftliche Beisammensein“, betont sie. Eine andere Teilnehmerin freut sich, dass es nun auch in Oberpullendorf ein solches Angebot gibt: „Wenn wir so etwas bekommen, sollte man es auch nutzen.“

Bewährtes Konzept mit langer Tradition
„Tanzen ab der Lebensmitte“ gibt es in Österreich bereits seit mehr als 40 Jahren. Landesweit tanzen rund 20.000 Menschen in etwa 1.000 Gruppen regelmäßig. Auch im Bezirk stehen mehrere Standorte zur Verfügung – unter anderem in Neckenmarkt, Deutschkreuz, Lackendorf und St. Martin. Attila Papp leitet seit der Corona-Pandemie mehrere Gruppen, unter anderem seit über zwei Jahren in Neckenmarkt. Dort habe sich die Gruppe kontinuierlich entwickelt und sogar einen erfolgreichen Auftritt bei einem Ball absolviert.
Neben Deutsch spricht Papp auch Ungarisch, was gerade in der Region ein Vorteil ist. „Ich höre hier viele ungarische Wörter – das ist schön“, sagt er. Die zweisprachige Gestaltung der Stunden erleichtert vielen den Zugang.
Einladung zum Mitmachen
Jeden Donnerstag um 10 Uhr verwandelt sich das Gasthaus Domschitz in einen Ort voller Musik, Lachen und Bewegung. „Ich hoffe, es kommen noch mehr Leute – vielleicht wird der Platz bald zu klein“, meint Papp augenzwinkernd.
Wer also Lust hat, in angenehmer Atmosphäre aktiv zu bleiben, neue Kontakte zu knüpfen und gleichzeitig etwas für Körper und Geist zu tun, ist herzlich eingeladen, mitzutanzen. Denn eines ist sicher: Tanzen verbindet – und hält jung.
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