Learning by Doing: Übungsfirmenmesse in Oberpullendorf
11.02.2026
Rund 350 Schülerinnen und Schüler aus dem ganzen Burgenland verwandelten die Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Oberpullendorf kürzlich in einen pulsierenden Marktplatz. Anlass war die 8. Burgenländische Übungsfirmenmesse, bei der etwa 30 Übungsfirmen ihre Produkte, Geschäftsideen und ihr Verkaufstalent präsentierten. Was hier stattfand, war weit mehr als eine schulische Veranstaltung – es war gelebte Wirtschaftspraxis.
Direktorin Sonja Hasler begrüßte die zahlreichen Teilnehmer:innen und Ehrengäste und betonte die Bedeutung dieser Messe, die sich in den vergangenen Jahren zu einem Fixpunkt im Schulkalender entwickelt hat. Seit dem Start im Jahr 2017 – damals ebenfalls in Oberpullendorf – ist die Zahl der teilnehmenden Schulen und Firmen stetig gewachsen. Heuer zeigte sich besonders eindrucksvoll, welchen Stellenwert praxisnahes Lernen mittlerweile einnimmt.
Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von cba.media zu laden.

Übungsfirmen sind ein zentraler Bestandteil der Ausbildung an Handelsakademien und Handelsschulen. In diesen fiktiven Unternehmen übernehmen die Jugendlichen eigenständig alle Abteilungen – von Marketing und Verkauf über Einkauf bis hin zu Rechnungswesen und Buchhaltung. Die Lehrkräfte fungieren als Geschäftsführung, während die Schülerinnen und Schüler eigenverantwortlich arbeiten, Angebote erstellen, Bestellungen abwickeln und Geschäftsgespräche führen.
Bildungslandesrätin Daniela Winkler (SPÖ) unterstrich bei der Eröffnung, wie wichtig diese Verbindung von Theorie und Praxis sei. In der Übungsfirma werde sichtbar, wie das im Unterricht Gelernte tatsächlich angewendet werde. Gleichzeitig könnten die Jugendlichen herausfinden, welche Rolle ihnen im Unternehmen liege – ob im kreativen Marketingbereich, in der Kommunikation oder im Rechnungswesen.

Auch Vertreter der Bildungsdirektion und der Wirtschaft betonten die Bedeutung der Messe. Der Austausch zwischen Schulen, das Vernetzen untereinander und das „Voneinander-Lernen“ seien zentrale Elemente. In einer sich rasch wandelnden Wirtschaftswelt sei es entscheidend, Neuerungen frühzeitig in die Schulen zu tragen und umgekehrt Impulse aus der Ausbildung zurück in die Wirtschaft zu spielen.

Die Vielfalt der präsentierten Firmen war beeindruckend: Von Wein aus dem Neusiedler Bezirk über Gemüsehandel, Werbeartikel, Autos, Keramik, Kleidung bis hin zu Bürobedarf reichte das Angebot. Besonders kreativ zeigten sich etwa die Schülerinnen und Schüler der HAK Stegersbach, die als „Gemüseland Handels GmbH“ auftraten – passend gekleidet als Gurken, um im Gedächtnis zu bleiben. Andere Teams arbeiteten mit regionalen Winzern zusammen oder präsentierten individuell bedruckte Werbeartikel.
Für viele Jugendliche war die Messe eine wertvolle Erfahrung. Sie lernten, aktiv auf Kund:innen zuzugehen, Verkaufsgespräche zu führen und selbstbewusst aufzutreten. „Learning by Doing“ lautete das Motto, das auch Bürgermeister Hannes Heisz (ÖVP) bei seiner offiziellen Eröffnung aufgriff. Gerade das aktive Kommunizieren und Präsentieren sei eine Kompetenz, die im späteren Berufsleben entscheidend sei.

Ein besonderes Highlight war, dass die gesamte Messe von drei Maturantinnen der HAK Oberpullendorf im Rahmen ihrer Diplomarbeit organisiert wurde. Von der Einladung der Schulen und Ehrengäste über technische Planung, Strom- und WLAN-Versorgung bis hin zur Verpflegung und Medienarbeit lag alles in ihrer Verantwortung. Wochenlange Vorbereitung, unzählige E-Mails und organisatorische Herausforderungen gehörten dazu. Unterstützt wurden sie von Direktorin Hasler und ihrer Betreuungslehrerin.
Die betreuende Professorin Rita Binder-Schöll betonte, wie wichtig solche Projekte für die persönliche Entwicklung seien. Organisationstalent, Teamarbeit, Kommunikation und Stressresistenz – all das werde hier trainiert. Gerade in Zeiten zunehmender Digitalisierung sei der direkte Kontakt und das persönliche Auftreten besonders wertvoll.

Die 8. Burgenländische Übungsfirmenmesse zeigte eindrucksvoll, wie Schule und Wirtschaft erfolgreich zusammenarbeiten können. Für die 350 teilnehmenden Jugendlichen war es ein Tag voller Gespräche, Verhandlungen und neuer Erfahrungen – und ein wichtiger Schritt auf dem Weg ins Berufsleben.
Zurück zur Übersicht