Skip to content

Live Stream

Fasching mit Herz, Humor und Haltung in Oberpullendorf

02.02.2026

Vergangenes Wochenende stand das Gasthaus Domschitz in Oberpullendorf wieder ganz im Zeichen des Faschings. Die Faschingsgilde „Die Krebsler“ lud zu ihren traditionellen Kapplsitzungen – und das mit großem Erfolg. Bei mehreren der insgesamt sieben Aufführungen war der Saal nahezu ausverkauft. Das Publikum erlebte einen mehrstündigen Theaterabend voller Humor, Musik, pointierter Satire und starkem Lokalkolorit.

Seit Jahrzehnten sind die Kapplsitzungen der Krebsler ein fixer Bestandteil des burgenländischen Faschings. Besucherinnen und Besucher kommen längst nicht nur aus Oberpullendorf, sondern aus dem ganzen Burgenland, aus Wien und den benachbarten Bundesländern. Auch heuer präsentierte die Gilde 16 abwechslungsreiche Szenen, die das Publikum fast vier Stunden lang – mit kurzer Pause – bestens unterhielten.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von cba.media zu laden.

Inhalt laden

Neues wagen, Bewährtes pflegen

Emanuel Rom, Präsident und treibende Kraft der Krebsler, zeigte sich besonders stolz auf das ausgewogene Programm:
„Wir haben heuer wieder ein sehr ausgewogenes Programm mit einigen Neuigkeiten. Wir gehen stärker ins Musikalische hinein, singen selbst mit eigenen Texten – und das kommt beim Publikum sehr gut an.“

Ein Höhepunkt gleich zu Beginn war der Sketch „Oberpullendorf sucht das Supertalent“, eine augenzwinkernde Parodie auf bekannte TV-Shows, bei der Gesang, Ziehharmonika und Tanz von prominenten Juryfiguren bewertet wurden. Auch der musikalische politische Stammtisch, in dem aktuelle Weltpolitik satirisch verarbeitet wurde, sorgte für viele Lacher. Klassiker wie der Roma-Stammtisch oder Navratil und Luzerin durften ebenfalls nicht fehlen.

Gemeinschaft über Generationen hinweg

Das Faschingstheater ist in Oberpullendorf weit mehr als bloße Unterhaltung. Es ist Ausdruck gelebter Gemeinschaft. Als Prinzenpaar fungierten heuer erstmals Michael II. (Heger) und Natalie I. (Prokopetz), die betonten, wie sehr man als Mitglied der Gilde Teil eines großen Ganzen werde.

Moderatorin Isi Prattinger, seit über 30 Jahren bei den Krebslern aktiv, stand heuer erstmals selbst als Schauspielerin auf der Bühne. „Ich bin Oberpullendorferin mit Herz und Seele. Alles, was unsere Stadt bekannt macht, ist mir wichtig – und diese Gilde tut das österreichweit“, sagte sie.

Auch viele junge Darstellerinnen und Darsteller waren mit Begeisterung dabei. Kinder spielten ihre Rollen mit sichtbarer Freude, was vom Publikum besonders geschätzt wurde. Der Generationenwechsel bleibt zwar eine Herausforderung, doch Präsident Rom sieht die Entwicklung positiv: „Wir haben tollen Nachwuchs und eine starke Truppe. Altgediente unterstützen uns, und die Jungen bringen frische Ideen.“

Emotionale Abschiede und voller Erfolg

Neben Humor gab es heuer auch emotionale Momente. Nach rund 35 Jahren verabschiedete sich Josef „Joschi“ Patek von der Bühne. „Es tut weh aufzuhören, aber ich sehe, wie viele Junge nachkommen – da bin ich zuversichtlich, dass es gut weitergeht“, sagte er sichtlich bewegt.

Die Bilanz fällt eindeutig positiv aus: nahezu ausverkaufte Vorstellungen, begeistertes Publikum und viel Applaus. Die Kappelsitzungen der Krebsler zeigten einmal mehr, dass Fasching in Oberpullendorf Tradition, Kritik, Gemeinschaft und Lebensfreude vereint – und damit ein kultureller Höhepunkt der fünften Jahreszeit bleibt.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden


Zurück zur Übersicht